Was tun bei ausbleibender Periodenblutung?

 

 

Eine ausbleibende Periode wirft bei vielen Frauen im Kinderwunsch eine Menge Fragen auf und führt häufig zu Unsicherheiten. Denn naturgegebenermaßen ist ein funktionierender, regelmäßiger Zyklus die Ausgangsbasis dafür, dass eine Schwangerschaft überhaupt erst eintreten kann. Woran es liegen kann, dass deine Periodenblutung ausbleibt und was du konkret tun kannst, um deinen Zyklus wieder zu regulieren und die Periode zurückzubekommen, möchte ich in diesem Blogpost näher beschreiben.



Was ist eigentlich Amenorrhoe?

Unter Amenorrhoe versteht man ganz einfach das Ausbleiben der Regelblutung. Während dies unter bestimmten Umständen ganz normal ist - zum Beispiel vor der Pubertät, nach der Menopause oder während einer Schwangerschaft - ist Amenorrhoe ansonsten ein Indiz für diverse Imbalancen im Körper. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Amenorrhoe: Primäre Amenorrhoe und sekundäre Amenorrhoe.

 

Primäre Amenorrhoe:

Diese Form ist sehr selten und beschreibt den Umstand einer nie eingetroffenen ersten Menstruation. Das hat zur Folge, dass betroffene junge Frauen nie richtig in die Pubertät kommen, was dazu führt, dass eine weitere Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale ausbleibt. Primäre Amenorrhoe ist vor allem auf genetische Störungen zurückzuführen.

 

Sekundäre Amenorrhoe:

Diese Form ist deutlich häufiger und beschreibt den Umstand einer ausbleibenden Regelblutung für mindestens drei Monate, nachdem eine Frau bereits eine regelmäßige Menstruation hatte. Da du auf diesem Beitrag gelandet bist, gehe ich davon aus, dass du zu dieser Gruppe zählst - also grundsätzlich eine Periodenblutung hattest, welche nun allerdings seit einer gewissen Zeit ausbleibt. Im Vergleich zur primären Amenorrhoe gibt es in diesem Fall eine Vielzahl an möglichen Ursachen. Diese wollen wir uns gleich mal etwas näher anschauen:



Gründe für eine ausbleibende Periode

Tatsächlich gibt es sehr viele unterschiedliche Faktoren, die zu einer ausbleibenden Menstruation führen können. Diese Faktoren an sich können ganz schön komplex sein. Hier möchte ich dir einige davon aufzählen. Bitte bedenke dabei, dass diese nicht zwangsweise mit deiner persönlichen Situation zu tun haben müssen. Du solltest also in jedem Fall Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin halten.

 

Stress

Wie du wahrscheinlich weißt, beeinflusst Stress unseren Körper nicht nur auf psychischer Ebene, sondern auch auf physischer. Das hängt vor allem mit der Hormonausschüttung unter Stress zusammen: Wenn wir gestresst sind, setzt der Körper vermehrt Cortisol und Adrenalin frei. Und diese wiederum können Störungen im Menstruationszyklus hervorrufen, da ihre Ausschüttung gleichzeitig das Freisetzen von unseren Fruchtbarkeitshormonen beeinträchtigt.

 

Ernährungsmängel

Ich betone es immer wieder gerne: Eine gesunde Ernährung, die deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist das A&O im Kinderwunsch. Laut einer Harvard-Studie kann die Umstellung auf eine spezielle Fruchtbarkeits-Ernährung eine durch Ovoluationsstörungen bedingte Unfruchtbarkeit um mehr als 80% senken.*

 

Auf folgende Nährstoffe solltest du im Kinderwunsch besonders achten:

  • Eisen
  • Zink
  • B-Vitamine
  • Vitamin C
  • essentielle Fettsäuren
  • Ballasstoffe
  • Cholesterol

 

Unter- oder Übergewicht

Ein zu geringer Körperfettanteil kann sich ebenso negativ auf deinen Zyklus auswirken, wie ein zu hoher Körperfettanteil. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Fettzellen Östrogen produzieren. Frauen mit einem sehr hohen Körperfettanteil produzieren meist zu viel Östrogen, während untergewichtige Frauen mit sehr geringem Körperfettanteil zu wenig Östrogen produzieren. In beiden Fällen kann dies Störungen im Zyklus bedingen.

 

PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom)

PCOS ist eine relativ häufige Störung des endokrinen Systems. Gekennzeichnet ist dieses nicht nur durch ein Ausbleiben der Periode, sondern auch durch einen Überschuss an Androgenen und die Bildung vieler kleiner Zysten, oft an den Eierstöcken.

 

Störungen der Schilddrüse

Sowohl eine Schilddrüsenüber- als auch eine Schilddrüsenunterfunktion können Auslöser für das Ausbleiben der Periode sein, wobei ein komplettes Ausbleiben eher auf eine Überfunktion und generelle Unregelmäßigkeiten eher auf eine Unterfunktion zurückzuführen ist.

 

Störungen des Hypothalamus

Störungen des Hypothalamus können selbst verschiedene Ursachen haben. Meistens resultieren sie aus Stress, mangelhafter Ernährung oder mentalen Problemen, wie Depressionen.

 

Einnahme bestimmter Arzneimittel bzw. Medikamente

Hierbei spielen vor allem orale Verhütungsmittel wie die Anti-Baby-Pille, sowie Antidepressiva oder antipsychotische Medikamente eine Rolle.

 

Vorzeitige Ovarialinsuffizienz

Frauen mit vorzeitiger Ovarialinsuffizienz kommen ungewöhnlich früh in die Menopause. Man spricht hier dementsprechend auch von einer frühzeitigen Menopause, wo die Funktion der Eierstöcke schon vor dem 40. Lebensjahr nachlässt.




Wie du deine Periode wieder zurück bekommst

 

Die Basics

Da dun nun diverse Ursachen kennst, weißt du auch, worauf du in Zukunft besser achten kannst. Die grundlegenden Basics sind auf jeden Fall folgende:

  • Versuche einen gesunden Körperfettanteil anzustreben
  • Versorge deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen (insbesondere die oben genannten)
  • Versuche so gut wie möglich Stress zu vermeiden oder finde Möglichkeiten, wie du besser mit deinem Stress umgehen kannst (zum Beispiel durch Yoga, Atemtechniken oder Mediation)
  • Kläre ab, ob in deinem Körper irgendwelche endokrinen Störungen vorliegen



Kräuter und Pflanzen

Es gibt einige Kräuter und Pflanzen, die dabei helfen können, hormonelle Dysbalancen zu regulieren und deine Menstruation zurück zu bekommen:

 

  • Shatavari: diese ayurvedische Heilpflanze hilft dabei den Menstruationszyklus zu regulieren, indem sie den Östrogenspiegel in Balance bringt
  • Tribulus: dieses Kraut zeigt seine Wirkung indem es die Ovulation reguliert
  • Mönchspfeffer (oder Vitex): Mönchspfeffer ist eine bekannte Pflanze, um den Hormonspiegel, hormonelle Dysbalancen und Menstruationsstörungen auszubalancieren

 

Fruchtbarkeits-Massagen

Um die Gebärmutter anzuregen kann man bei sich selbst ganz leichte Massagen durchführen, damit sie quasi wieder „geschmiert“ wird und stagnierendes Blut und Gewebe leichter aus dem Körper transportiert werden.

 

So hältst du deinen Zyklus aufrecht

Sobald deine Menstruation zurückkehrt, gilt es nun natürlich, deinen Zyklus wieder aufrechtzuerhalten. Dafür ist es vor allem wichtig, deinen Hormonhaushalt in Balance zu halten. Dies kannst du weiterhin damit schaffen, indem du dich gesund und ausgewogen ernährst, und Stress möglichst vermeidest bzw. Methoden anwendest, um diesen zu lindern. Auch kann es Sinn machen, weiterhin auf bestimmte Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen, die deinen Zyklus dabei unterstützen in Balance zu bleiben.

 

Disclaimer:

Um die genauen Ursachen für eine ausbleibende Periodenblutung herauszufinden, die speziell in deinem Fall zutreffend sind, rate ich dir wie gesagt das Einholen einer ärztlichen Meinung. In Absprache kann dann auch festgestellt werden, welche Behandlungsmöglichkeiten für dich eventuell in Frage kommen. Was du aber in jedem Fall tun kannst, sind die Basics zu befolgen. Denn unabhängig davon, ob du Zyklusstörungen hast oder nicht, sind diese Punkte in jedem Fall unterstützend für dich und deinen Kinderwunsch. 

 

Damit wünsche ich dir viel Erfolg und alles Gute,

Deine Caroline

 

 


* Chavarro, J.E., Willett, W., & Skerrett, P.J. (2009). The fertility diet: Groundbreaking research reveals natural ways to boost ovulation & improve your chances of getting pregnant. New York: McGraw-Hill.

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